Was ist Perlit? Die mineralische Alternative

Perlit ist ein natürliches nicht brennbares und schadstofffreies Vulkangestein, welches entsteht wenn flüssiges Magma, unter Sauerstoffausschluss auf Wasser trifft. Die Urform des Gesteins ist das Naturglas Obsidian. Vorkommen gibt es auf der ganzen Welt, doch gibt es qualitative Unterschiede. Entscheidend für eine gute Qualität ist das gebundene Kristallwasser, welches im Perlitsand zwischen 2 und 6% gebunden ist. Je höher dieser Anteil ist, umso mehr expandiert das Rohmaterial bei Erhitzung. Durch die Freisetzung von Wasser bilden sich in der Schmelze zahllose Bläschen, diese bewirken eine Volumenzunahme um das 10 bis 20-fache, somit erhält man ein leichtes Granulat mit einer stark ausgeprägten kapillaren Struktur. Für den Klimasan-Perlit Putz wird grundsätzlich Rohperlit der griechischen Kykladeninsel Milos verwendet. Mit einem Kristallwassergehalt von 2 bis 5 Prozent, ist dieser Perlitsand enorm expansionsfähig. In unseren speziellen Öfen wird das Rohperlit bei über 1000 Grad Celsius expandiert. Dieses expandierte Perlit besteht zu 70 Prozent aus Siliziumdioxid und ist somit  ein natürliches Glas (Si2O3). Durch das Verdampfen des Wassers entstehen Hohlräume (Kapillare), die für eine hohe Wärmedämmung sowie für Feuchtigkeits- und Schallregulierung sorgen. Dieser Perlit enthält nachweislich keine Schadstoffe. Er ist frostbeständig, geruchlos, kapillarakiv und ist nicht brennbar.

Zusammengefasst ist Perlit-Klimasan ein natürlicher Dämmstoff mit herausragenden Eigenschaften:

  • Angenehmes und gesundes Raumklima
  • Natürliche Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk
  • Extrem gute Isolierung gegen Hitze und Kälte
  • Einfach zu verarbeiten
  • Hohe Tragkraft
  • Umweltschonend
    • Rein mineralischer Rohstoff
    • Unerschöpfliche Entstehung durch Vulkanaktivität

 

Wandaufbau

Klimasan-Perlit, ein Putz der Sonderklasse, mit ganz normalen Verarbeitungsrichtlinien

Verarbeitung der klimasan-Produkte

Innenputz
Sanierputz
Außenputz
Brandschutzputz

1. Bereiten Sie den Putzuntergrund vor
Schlagen Sie den losen Putz bis auf das Mauerwerk ab. Entfernen Sie lose Putz- und Mörtelreste.
Stellen Sie durch Spritzbewurf mit der Mörtelgruppe CSIII einen einheitlichen tragfähigen Untergrund her.
Spritzen Sie bei Neubauten und bei Ziegelmauerwerk vollflächig, bei Altbauten aus Natursteinen
warzenförmig vor (50 – 70 Prozent der Deckfläche).

2. Mischen sie den Putz
Handverarbeitung: Mischen Sie mit ca. 15 Liter sauberem Wasser den gesamten Sackinhalt im Zwangs-
oder Freifallmischer. Die maximale Mischzeit beträgt ca. fünf Minuten. Überschreiten Sie diese nicht.
Maschinelle Verarbeitung: Dafür sind handelsübliche Putzmaschinen mit einer Dämmputzeinrichtung, oder mit einem Klimasan-Spezialwendel geeignet.
Verwenden Sie die vom Hersteller vorgeschriebene Dämmputzschnecke oder fragen Sie uns.

3. Achten Sie auf die richtige Verarbeitungskonsistenz
Klimasan-Perlit hat die richtige Konsistenz, wenn der angemischte Putz cremig auf der Kelle stehen bleibt.
Er sieht oft zu trocken aus. Mischen Sie ihn auf keinen Fall – wie herkömmliche Mörtel oder Putze – zu nass an.

4. Tragen Sie den Putz auf
Nässen Sie den Putzgrund sehr gut vor.
– Tragen Sie Klimasan-Perlit wie herkömmlichen Putz im cremigen Zustand mindestens 20 mm dick von oben nach unten auf.
– Bei Putzdicken über 30 mm Gesamtstärke tragen Sie Klimasan-Perlit lagenweise „nass in feucht“ (maximal 30 mm je Lage)
in mehreren Arbeitsgängen auf. Lassen Sie jede Lage anziehen, bevor Sie die nächste auftragen.
– Die gesamte Verarbeitungszeit beträgt ca. vier Stunden.

5. Ziehen Sie den Putz ab
Ziehen Sie den Klimasan-Perlit Putz mit einer gut genässten Kartäsche aus Aluminium ab.
-Kartäschen aus Kunststoff sind nicht so gut geeignet. Benutzen Sie auf keinen Fall eine trockene Kartäsche.

6. Beachten Sie die Mindeststandzeit vor der Weiterverarbeitung
Je nach Putzgrund
Ziegelmauerwerk ca. eine Stunde
Natursteine zirka ein bis zwei oder drei Stunden
Beton circa 5 Stunden.
– Klimasan-Perlit muss langsam austrocknen. Besprühen Sie deshalb bei intensiver Sonnenbestrahlung oder
stark austrocknendem Wind die verputzte Fläche mit einem leichten Wasserstrahl.

7. Ziehen Sie die Oberfläche ab
Ziehen Sie die oberste Putzlage eben ab und schleifen Sie diese nach Verfestigung mit einem Gitterrabbot plan.
– Sie können Klimasan-Perlit auch unter ständigen Nässen mit einem Schaumstoffbrett vorsichtig abreiben (nicht filzen).

8. Wählen Sie den richtigen Oberputz
Verwenden Sie für Klimasan-Perlit als Oberputz einen diffusionsoffenen, rein mineralischen Putz.
Am besten auf Kalkbasis in beliebiger Körnung.
Beachten Sie die Anforderungen nach EN 998-1.
Verwenden Sie im Innenbereich zur Herstellung von glatten Oberflächen zum Beispiel Kalkglätte.
Generell gilt für Klimsan-Perlit  T1- CS I, W 0
Außenoberputz: CS I
Innenbeschichtung CS I

Energetische Optimimierung mit rein mineralischen Wärmedämmputz

Schimmel auf Putz mit organischen Bestandteilen.

Stadtspinnen auf feuchter Fassade.

Die energetischen Anforderungen an eine umfangreiche Sanierung eines Bestandsgebäudes oder Denkmalgebäudes sind grundsätzlich in der EnEV geregelt. Eine Abweichung bei den Anforderungen an die vorhandenen Bauteile, ist speziell bei einem Denkmalgebäude natürlich möglich (§ 24 EnEV). Vor dem Hintergrund Klimawandel und Rohstoffverknappung, haben wir allerdings auch bei einem Baudenkmal die moralische Pflicht, uns um die energetischen Belange zu kümmern. Im Zusammenhang mit einer Sanierung, steht in der Regel auch eine Nutzungsänderung. Daher ist es im besonderen wichtig auf die neuen bauphysikalischen Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Hauptsächlich heißt die Umnutzung, oder Sanierung eines Denkmalgebäudes Innensanierung und Innendämmung, da an der Außenansicht meistens der aktuelle Zustand erhalten bleiben muss. Diese Innensanierung bietet einige Risiken, aber auch viel mehr Chancen, das Gebäude an eine neue Anforderung heranzuführen. Einer der großen „Schrecken“ ist die zu erwartende Feuchtigkeit. Ganz vorne der Taupunkt. Durch die Innendämmung kommt es zu einer Abkühlung der Altkonstruktion und dadurch bedingt zu einem höheren Feuchtelevel. Hinzu kommt noch die aufsteigende Feuchtigkeit, bei Fachwerkgebäuden die eindringende Feuchtigkeit, Schlagregen, Kondensation, Fugen-, Grund- und Sickerwasser. Aber alles das ist einfach nur Wasser und keine unlösbare technische, oder chemische Herausforderung. Anstelle von „sperren-dämmen-dichten“ ist es von grundsätzlicher Bedeutung, einen Baustoff zu wählen, der kapillar aktiv mit dieser Anforderung „Wasser“ umgehen kann. Es ist also von enormer Wichtigkeit, was die eingesetzten Stoffe mit dem Wasser machen. Geregelt wird das durch den Wasseraufnahmekoeffizienten. Neben dem λ-Wert und dem daraus resultierenden U-Wert, ist die Wasseraufnahme (W-Wert) von mindestens gleicher, wenn nicht sogar größerer Bedeutung. Wasseraufnahme und Wasserabgabe werden durch die Kapillarität des verwendeten Baustoffs erst ermöglicht. Trockene Bauteile sind die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung eines jeden Gebäudes. Selbst aus dem Umfeld der ökologisch orientierten Planer und Nutzer kommt die Erkenntnis: „Dämmstoffe müssen gute Dämmwerte aufweisen, damit im Winter nur wenig Wärme nach draußen abfließt und im Sommer die Hitze nicht zu schnell in die Räume gelangt. Der Dämmstoff muss sich gut entfeuchten können, da bereits geringe Mengen an Feuchte (2%) die Dämmfähigkeit um 50% reduzieren und die Gefahr von Bauschäden entstehen kann“ (Zitat: ECOworld). Diese Anforderung läßt sich allerdings nicht mit einem  μ-Wert, einer Dampfsperre, oder Dampfbremse erfüllen. Der Einsatz synthetischer, oder vermeintlich ökologisch-organischer Dämmstoffe zwingt die Industrie den μ-Wert zum Maß der Dinge zu machen, um das eigentliche Problem der Feuchtigkeit nicht thematisieren zu müssen. Es lässt  sich viel besser mit einer λ-Wert-Berechnung den Markt und die einseitige U-Wert Vorgabe erfüllen, als über längerfristig durchgeführte Überprüfungen der Nachhaltigkeit. Dabei kommen noch eine Reihe weitere Vorteile für den Einsatz eines rein mineralischen und kapillar aktiven Wärmedämmputzes zum tragen. Gegenüber der Lösung mit Platten, bietet die Putz-Variante den Vorteil, dass sich das Material plastisch jeder Situation anpassen kann. Speziell in solch kristischen Bereichen, wie die Fensterleibung, kann ein Wärmedämmputz so aufgebracht werden, dass das Thema Dämmung in diesem Bereich nur sekundär wichitg ist, aber die Anforderung an die Feuchtigkeitsaufnahme, das eigentliche Problem hervorragend gelöst wird. Ähnlich sieht es an den Decken – oder Balkenauflagern aus. Durch den kraft- und formschlüssigen Verbund in diesen Bereichen wird jedes entstehende Kondensat kapillar aufgenommen und weggeführt. Das ist speziel bei organischen Baustoffen, wie Holz- oder Fachwerkbalken substanziell wichtig. Der hygienische und gesundheitliche Aspket durch die Ansiedlung von Pilzen und anderer Mikroorganismen ist als riesiges Problem hinreichend bekannt. Hinzu kommt noch ein weiterer soziologischer Aspekt. Was passiert eigentlich mit den vielen Dämmprodukten, wenn das Gebäude eines Tages umgebaut, rückgebaut, oder sonst baulich verändert wird. Was hinterlassen wir eingentlich unseren Kindern für einen „Müll“, der von der Dämmstoffindustrie als „Wertstoff“ für „geeignete Abfallverbrennungsanlagen“ deklariert wird, um daraus Wärme, oder elektrischen Strom zu gewinnen. Fakt ist, dass Polystyrol seit 1.1.2016 per Gesetz als Sondermüll deklariet ist und dementsprechend entsorgt werden muss. Letztendlich kommt noch die Anforderung an den baulichen Brandschutz hinzu. Das Denkmalgebäude soll als Zeitzeugnis für unsere Nachkommen erhalten werden. Deshalb wird es aufwendig saniert und erhalten. In vielen dieser Gebäude wurde aber z.B. Holz für tragende Konstrukionsteile verwendet. Vor allem in öffentlichen genutzten Gebäuden, die Sonderverordnungen und -richtlinien unterliegen (Schulen, Gaststätten, Krankenhäuser, usw.), müssen im Zusammenhang mit der Sanierung und Umnutzung, die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllt werden. Natürlich wird auch in solchen Fällen eine Denkmalschutzauflage, sowie die wirtschaftliche Vertretbarkeit hinterfragt. Aber warum sollte man keinen Baustoff wählen, der auch diesen Anforderungen der Baustoffklasse A1 efüllt. Das Brandverhalten der rein mineralischen Wärmedämmputze führt bezüglich der Entfalmmbarkeit, der Wärmeentwicklung, Rauchentwicklung und Toxizität zu dieser erforderlichen Baustoffklasse.